Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit beschreibt einen Zustand auf dem Arbeitsmarkt, bei dem ein Ungleichgewicht zwischen arbeitsuchenden Menschen und tatsächlich benötigten Arbeitsleistungen herrscht. Die Möglichkeiten fehlen, um potentielle Erwerbspersonen beschäftigen zu können. Seit der Wirtschaftskrise Ende des 19. Jahrhunderts spricht man in Deutschland von Arbeitslosigkeit.

Man unterscheidet im Allgemeinen verschiedene Formen von Arbeitslosigkeit:

  1. Saisonale Arbeitslosigkeit
    Durch jahreszeitlich bedingte Produktions- und Nachfrageschwankungen, zum Beispiel im Baugewerbe oder auch in der Landwirtschaft, sinkt die Nachfrage an bestimmten Gütern oder Produkten.
  2. Strukturelle Arbeitslosigkeit
    Die strukturelle Arbeitslosigkeit ist die Folge von strukturellen Veränderungen der Volkswirtschaft. In den heutigen Industrienationen wird diese vor allem vom technischen Fortschritt verursacht, da durch die Einführung moderner Informationstechniken viele Arbeitsplätze im industriellen Bereich reduziert werden. Meist liegt eine hohe Diskrepanz zwischen den geforderten Qualifikationen und den Qualifikationen der Arbeitslosen vor. 
  3. Konjunkturelle Arbeitslosigkeit
    Darunter wird jene Arbeitslosigkeit beschrieben, die nach der Überwindung der Rezessionsphase wieder verschwindet. Aufgrund des Rückgangs der gesamtwirtschaftlichen Güternachfrage sinkt also auch die Nachfrage am Arbeitsmarkt. Absatzschwierigkeiten führen dazu, dass die Unternehmen ihre Arbeitskräfte wegrationalisieren.
  4. Friktionelle (kurzfristige) Arbeitslosigkeit
    Während des Übergangs von einer Arbeitsstelle zur anderen lässt sich eine berufliche Auszeit meist kaum vermeiden. Diese ist in der Regel aber nur von kurzer Dauer. Auch zu Zeiten von Vollbeschäftigung kann man diese Arbeitslosigkeit nicht umgehen.  

Im Rahmen politischer Diskussionen hat das Thema Arbeitslosigkeit sowie die dazugehörigen Bereiche einen sehr hohen Stellenwert. Denn man darf nicht vergessen, dass auch die allgemeine Volkswirtschaft von einer hohen Arbeitslosenquote betroffen ist, und nicht nur die direkte betroffenen Personen.

Als problematisch für die Statistikerhebung von Arbeitslosenzahlen ist die Tatsache, dass nur jene Personen, die sich beim Arbeitsamt als arbeitssuchend melden, Eingang in die Statistik finden. Deswegen ist die verdeckte Arbeitslosigkeit nicht zu vergessen, wenn man sich mit etwaigen Statistiken zu diesem Thema beschäftigt.

Vor allem Langzeitarbeitslosigkeit kann schwere, individuelle Folgen mit sich bringen. Es kann zu depressiven Verstimmungen und anderen psychischen und gesundheitlichen Problemen kommen. Dies kann sich wiederum negativ auf die ganze Familie auswirken.