Bruttoinlandsprodukt
Das Bruttoinlandsprodukt beschreibt das Produktionsergebnis eines Landes innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Alle Güter, Waren und Dienstleistungen, die innerhalb der Landesgrenzen erwirtschaftet wurden, werden unter diesem Begriff zusammengefasst. Das Bruttoinlandsprodukt wird in volkswirtschaftlichen Zusammenhängen berechnet. Ein stetiges und angemessenes Wachstum gilt als Hauptziel der Wirtschaftspolitik. Dieses Wachstum wird durch die Veränderung des Produktionsergebnisses, also anhand des realen Bruttoinlandsprodukts, gemessen. Das Statistische Bundesamt (StBA) berechnet jedes Jahr zweimal das Bruttoinlandsprodukt für das Vorjahr.
Die Bundesrepublik Deutschland hat seit den 90er Jahren vom Bruttosozialprodukt auf das Bruttoinlandsprodukt umgestellt, welches als valideres Maß der wirtschaftlichen Entwicklung gilt. Das Bruttoinlandsprodukt beschäftigt sich mit der Güterproduktion des Inlands (Inlandsprinzip), während das Bruttosozialprodukt die Güterproduktion umfasst, die Inländern zur Verfügung steht. Das Bruttoinlandsprodukt schließt also auch die Leistungen von Ausländern, die in Deutschland arbeiten, mit ein. Die Leistungen der Deutschen jedoch, die im Ausland tätig sind, werden nicht mit einbezogen.
Das Bruttoinlandsprodukt berechnet ein nominales und ein reales Inlandsprodukt. Ersteres beschreibt die Summe der inländischen Wertschöpfung in aktuellen Marktpreisen. Damit steht es in Abhängigkeit zu Inflations- bzw. Deflationsprozessen. Das reale Bruttoinlandsprodukt gestaltet sich unabhängig von Preisen, indem von einem Basisjahr mit konstanten Preisen ausgegangen wird.
Man differenziert drei verschiedene Arten von Rechnungen, um das Bruttoinlandsprodukt zu ermitteln:
- Die Entstehungsrechnung subtrahiert die Vorleistungen, die für das jeweilige Produkt erbracht wurden, addiert dann die Gütersteuern und subtrahiert abschließend die Subventionen.
- Die Verwendungsrechnung berechnet das Bruttoinlandsprodukt als Summe aus privaten und staatlichem Konsum, Investitionen und Außenbetrag (Export und Import).
- Die Verteilungsrechnung ermittelt, ausgehend vom Volkseinkommen, das Bruttoinlandsprodukt aus der Summe der Löhne der Arbeitnehmer, der Unternehmenszuwächse und den Vermögenserträgen der Volkswirtschaft.
Innerhalb einer Volkswirtschaft beläuft sich das Bruttoinlandsprodukt, unabhängig des Rechenwegs, in einem bestimmten Zeitraum auf dieselbe Größe.
Dennoch sagt das Bruttoinlandsprodukt nichts über den Wohlstand einer Gesellschaft aus, da es nur Aussagen über die Produktionsleistung trifft. Außerdem können Leistungen wie ehrenamtliche Tätigkeiten oder auch Schwarzarbeit nicht berücksichtigt werden.