Einkommensverteilung

Die Einkommensverteilung zeigt die Verteilung des Volkseinkommens auf die bei seiner Entstehung beteiligten Faktoren (Produktionsfaktoren) oder auf einkommenbeziehende Einzelpersonen oder Personengruppen (Rentner, Beamte, Landwirte etc.). Daraus lässt sich ermitteln, wer am Volkseinkommen welchen Anteil hat.

Man kann den Begriff weiterhin in zwei Arten unterteilen. Die Einteilung der Einkommen nach ihrer Entstehungsart (funktionale Einkommensverteilung) gewährleistet Rückschlüsse darüber, in welchen Wirtschaftssektoren (z.B. Landwirtschaft, Handel oder Dienstleistungsbereich) die Einkommen erwirtschaftet wurden. Unter der funktionalen Einkommensverteilung teilt man weiter ein in unselbständige Arbeit (Arbeitnehmerentgelte), Unternehmertätigkeit (Selbstständigeneinkommen) und Vermögen.

Bei der personellen Einkommensverteilung differenziert man nach Faktoren wie Familienstand, Art der Erwerbstätigkeit, Haushaltsgröße und mehr. Alle Einkommensarten einer Person (Mieteinahmen, Lohn, Zinsen, etc.) werden dabei zusammen gerechnet. Von besonderer Wichtigkeit ist der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen (Lohnquote) im Vergleich zum Anteil der Kapitaleinkommen (Gewinnquote). Die Aussagefähigkeit der Lohnquote hat dadurch an Wahrheitsgehalt verloren, da die einzelnen Haushalte ihr Einkommen meist aus mehreren Quellen beziehen.

Mit Hilfe der „Lorenz-Kurve“ lässt sich anzeigen, welche Personengruppen wie viel verdienen, indem man die Personengruppen aufsteigend nach der Höhe ihres Einkommens anordnet. Der so genannte „Gini-Koeffizient“ wird verwendet, um die Ungleichverteilung darzustellen. Dieser Wert nimmt Größen im Bereich von 0 und 1 an. Je näher dieser Koeffizient  an 1 ist, desto größer gestaltet sich die Ungleichheit.  

Als Primärverteilung versteht man die Einkommensverteilung der wirklichen, aus dem volkswirtschaftlichen Prozess hervorgegangenen Einkommen. Durch Maßnahmen des Staates (Einkommensumverteilung) wird die Einkommensverteilung aber korrigiert, so dass man von der Sekundärverteilung spricht. Diese „gerechte Verteilung“ erfolgt nach sozialen Gesichtspunkten und wird beispielsweise durch Steuergelder, Wohngeld, Transferbildung, etc. realisiert.