Filmproduktionen im Wahlkampf
Wir erinnern uns alle noch recht gut an den Wahlkampf rund um die Bundestagswahl 2009. Zahlreiche Versprechungen wurden uns gemacht, doch die wenigsten sind tatsächlich eingehalten worden. Wie fast immer in der heißen Phase des Wahlkampfs bekamen wir im Fernsehen und im Internet unzählige Filmproduktionen zu sehen, die die einzelnen Parteien ins rechte Licht rücken sollten. Dabei hieß es, dass jede Partei ihren eigenen Werbespot hatte und man regelrecht gezwungen war, sich diese anzusehen. Während man im TV noch wegzappen konnte, war dies im Internet nicht möglich, da sich die gewünschten Inhalte erst nach Ablauf des jeweiligen Werbespots zeigten.
Der Wahlkampf, der oft genug kritisiert wurde, weil scheinbar alle Parteien auf Kuschelkurs waren, war also im eigentlichen Sinne keiner. Dennoch verzichtete keine Partei auf die Filmproduktionen. Grund dürften auch die geringeren Kosten gewesen sein, die insbesondere bei den digitalen Produktionen anfallen, sowie deren leichter Vertrieb über das Web. Trotz der aussagekräftigen und vielfach Versprechungen machenden Werbung für die Parteien war am Ende doch keiner so richtig mit seinem Ergebnis zufrieden.
Fakt ist heute, dass die Regierung noch immer stark kritisiert wird, die Wahlversprechen konnten nicht eingehalten werden, was aber dem aufgeklärten Bürger bereits im Wahlkampf klar war. Die Krise wütete und in Anbetracht dessen sind Versprechungen, wie Steuersenkungen, alles andere als glaubhaft. Ebenfalls wird jetzt erneut Kritik geübt, denn die Regierung muss einen harten Sparkurs einlegen, der zum größten Teil auf den Schultern der sozial Schwachen unserer Gesellschaft ausgetragen werden soll.
Die Kritik aus Opposition und Bevölkerung ist entsprechend scharf, was nicht zuletzt auch daran liegen dürfte, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht und mit einem Sparkurs, wie er hier gezeigt wurde, noch ein zusätzliches Voranschreiten dieser Unterschiede unterstützt wird. Insofern ist die Politikverdrossenheit, die sich auch in der Wahlbeteiligung sehr deutlich zeigt, nur zu verständlich.