Ökonometrie
Der Terminus Ökonometrie meint die Verwendung von mathematisch-statistischen Methoden, um wirtschaftstheoretische Modelle auf deren Wirklichkeitsgehalt zu überprüfen sowie gesamtwirtschaftliche Prozesse sichten, beschreiben und analysieren zu können.
Ökonometrische Verfahren dürfen nicht mit den Aufgaben der Wirtschaftsstatistik verwechselt werden. Im Gegensatz zu dieser konzentriert sich die Ökonometrie nämlich nicht darauf, Größen wie etwa die Inflationsrate oder die Arbeitslosenquote zu messen. Es geht vielmehr um die quantitative Darstellung von Relationen zwischen den ökonomischen und außerökonomischen Größen in einem definierten Zeitraum einer Volkswirtschaft, welche durch mathematisch-statistische Formeln ausgedrückt werden.
Als Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften entwickelte sich die Ökonometrie in den frühen 1930er Jahren, geprägt von den Ökonomen Ragnar Frisch und Joseph Schumpeter. Oftmals wird als Geburtsstunde der Ökonometrie der Gründungstag der „Econometric Society“ betrachtet (29.12.1930). Ökonometrische Verfahren lassen sich vor allem im Bereich der Betriebswirtschaft- und Volkswirtschaftslehre finden. Dabei gibt es verschiedene Hilfsanwendungen, um ökonometrische Modelle anfertigen zu können. Zum Einen sind hier statistische Analyseverfahren gemeint, wie etwa die Regressionsanalyse. Zum Anderen unterstützen immer mehr computerbasierende Modelle, wie etwa künstliche neuronale Netze oder auch die so genannte „Monte-Carlo-Simulation“, die ökonometrischen Verfahren. Der Ökonometriker muss zwei wesentliche Aufgaben verfolgen: Die Spezifikation eines Modells und dessen Schätzung.
Folgende Disziplinen haben sich in den ökometrischen Verfahren zusammengefunden:
- die Volkswirtschaftstheorie, die die Grundlage der Untersuchung vorgibt
- die Statistik als Methodenlehre
- die Wirtschafts-, Sozial- und Bevölkerungsstatistik, die die Daten vorgibt
- die Mathematik als formale Sprache
- sowie die Informatik
Anhand von ökonometrischen Modellen lassen sich Prognosen über die wirtschaftliche Entwicklung treffen. Des Weiteren ist es möglich, wirtschaftspolitische Maßnahmen qualitativ zu evaluieren, nämlich durch deren Simulation. Dadurch können im Anschluss alternative Ansätze entwickelt werden.