Volkswirtschaft
Die Volkswirtschaft beschreibt die Summe des wirtschaftenden Zusammenwirkens aller privaten und öffentlichen Wirtschaftsobjekte und deren Beziehungen untereinander innerhalb des Wirtschaftsraumes eines Staates. Die wichtigsten Akteure einer Volkswirtschaft sind daher die privaten Haushalte, die Unternehmen und natürlich der Staat. Durch ein einheitliches Wirtschafts- und Währungssystem, eine gemeinsame Wirtschaftspolitik sowie eine einheitliche Rechtslage des Systems wird die Volkswirtschaft eines Staates definiert.
Die Volkswirtschaftslehre untersucht die Abhängigkeit der privaten und öffentlichen Beziehungen, sowie auch die Beziehung zu Volkswirtschaften anderer Staaten, also der Weltwirtschaft. Daher ist ihr Untersuchungsgegenstand auf nationaler wie internationaler Ebene angesiedelt. Im Zuge der fortschreitenden Globalisierung werden internationale Interdependenzen immer wichtiger. Ein Bekleidungsunternehmen bestellt ihr Material beispielsweise in Thailand, lässt es in Ungarn verarbeiten und verkauft die Ware anschließend in Deutschland. Auch private Haushalte pflegen Beziehungen ins Ausland, etwa durch eine Urlaubsreise. So entstehen im Zuge der Globalisierung größere Wirtschaftsräume, wie etwa die Europäische Union.
Untersuchungsgegenstände der Volkswirtschaftslehre sind beispielsweise Subventionen, Steuergelder, Löhne, Arbeitsverhältnisse u.m. Die Volkswirtschaftslehre versucht diese Verhältnisse zu beschreiben und zu analysieren, um Gründe für das wirtschaftliche Geschehen ermitteln zu können. Daraus lassen sich dann Prognosen für wirtschaftliche Entwicklungen treffen, weshalb diese Lehre politische Hilfestellungen geben kann.
Nach welchen Prinzipien funktionieren nun aber die Mechanismen der Volkswirtschaft? Jeder einzelne Mensch hat eigene, unterschiedliche Bedürfnisse, die als Motoren der Wirtschaft betrachtet werden. Man unterscheidet zwischen Primärbedürfnissen (etwa Nahrung) und Sekundärbedürfnissen (z.B. Fernseher). Durch Güter, Dienstleistungen und soziale Kontakte können diese Bedürfnisse befriedigt werden. Materielle Objekte, wie Autos, Urlaub, aber auch Bildung und Gesundheit können beispielsweise Objekte dieser Bedürfnisse werden. Wenn der Bedarf an solchen Gütern steigt, spricht man von der Nachfrage. Durch die Nachfrage werden wiederum das Angebot und die Preise bestimmt. Je größer das Warenangebot, desto stärker fallen die Preise. Wenn aber die Nachfrage steigt, steigen auch die Preise.
Die Nachfrage wird oftmals von gesellschaftlichen Trends bestimmt. So wurde beispielsweise ein seltenes Exemplar von Andy Warhols Michael Jackson - Porträt kürzlich in Millionenhöhe verkauft, während sich zu Lebzeiten des „King of Pops“ kein Verkäufer finden könnte.
Ein essentielles Problem der Volkswirtschaft ist in der Knappheit der wirtschaftlichen Güter zu sehen. Das heißt, dass die Menge an Gütern und Dienstleistungen nicht ausreicht, um jederzeit alle Bedürfnisse der Menschen befriedigen zu können. Es gibt aber auch freie Güter, die in unbegrenzter Menge zur Verfügung stehen (z.B. Luft).